Vom True-Crime-Escape-Room bis zum Augmented-Reality-Abenteuer: Sieben Museen in Baden-Württemberg entwickeln neue Spielformate für ihre Ausstellungen, die Besucher*innen aktiv einbeziehen und neue Zugänge zu Museumsinhalten eröffnen.
Möglich macht das das Förderprogramm Level Up! Gamification im Museum der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Eine Fachjury unter Beteiligung des Ministeriums wählte aus zahlreichen Bewerbungen sieben Projekte aus. Die Museen erhalten jeweils bis zu 10.000 Euro für die Umsetzung und werden durch Expert*innen begleitet.
„Museen sind wie Einladungen – Einladungen für Entdeckungsreisen, für Dialoge mit Menschen, die am Leben interessiert sind, Einladungen an alle, die mitmachen wollen. Games in Museen sorgen für spielerische Elemente und Erzählformen, denn die spielerische Herangehensweise macht komplexe Inhalte visuell und spannend erlebbar. So lassen sich viele Menschen für unser kulturelles Erbe begeistern“, sagt Arne Braun, Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
„Museen haben viele Möglichkeiten, Diskurse und Inhalte für ein zunehmend digitales Publikum spannend zu vermitteln. Mit „Level Up!“ fördern wir Projekte, die zum Mitmachen einladen, Besucher*innen emotional aktivieren und sie nachhaltig für ein Museum begeistern“, sagt Agnes Obenhuber, Unitleiterin Medienprojekte und Services der MFG Baden-Württemberg.
Diese Projekte werden gefördert
„Level Up! Gamification im Museum“ fördert digitale Angebote im Bereich Gamification und digitales Gaming sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Museum und mit regionalen Partner*innen. Die Projekte sollen nachhaltig in den Organisationen verankert werden.
Im Folgenden finden Sie die ausgewählten Museumsprojekte:
- Hällisch-Fränkisches Museum, Schwäbisch Hall: Mord im Hospital - Ein hybrider Escape-Room
Das Museum entwickelt einen Escape Room für junge Erwachsene, der True-Crime-Formate, Investigation und Entscheidungsfindung mit historischer Quellenarbeit verbindet. Teilnehmende bewegen sich in einer rekonstruierten frühneuzeitlichen Stadt und erschließen historische Ereignisse. - Kunstmuseum Heidenheim: Kinder von Schloss Hellenstein – alle haben Rechte
Das Kunstmuseum Heidenheim setzt ein intergenerationelles Augmented-Reality-Spiel um, das primär die Rechte von Kindern und Jugendlichen gemäß der UN-Kinderrechtskonvention behandelt. Den Kern der Vermittlung bildet das Nachdenken über kulturellen Wandel und historische Veränderung. - Kunstmuseum Singen: Vom Workshop zur Schnitzeljagd 2.0 - Partizipative Entwicklung eines hybriden Vermittlungsformats zur Kunst im öffentlichen Raum
Die Verantwortlichen konzipieren und erproben eine hybride „Schnitzeljagd 2.0“, die analoge und digitale Elemente verbindet und Kunstvermittlung und Spielerlebnis nachhaltig zusammenführt. - Linden-Museum Stuttgart: Critical Play: Geschichte, Perspektiven und Entscheidungen
Das kulturelle Erbe des Linden-Museums soll für junge Zielgruppen niederschwellig und zeitgemäß zugänglicher gemacht werden. Besucher*innen treffen statt auf Erklärtexte auf spielerische Entscheidungsstationen, die architektonische Symboliken, institutionelle Narrative und koloniale Zustände vermitteln. - Stadtmuseum Tübingen: Dark Academia: Die dunklen Geheimnisse der Universität Tübingen
Das Stadtmuseum realisiert interaktive Forschertische als Add-on zum Ausstellungsraum „Tübingen und die Universität“ in der Dauerausstellung. Die Tische stehen im Zentrum einer atmosphärischen „Dark Academia“-Bibliothek und verbinden haptisches Entdecken mit KI-Storytelling und kritischer Reflexion. - Unimog-Museum, Gaggenau: Unimog Explorer - Challenge
Entstehen soll ein interaktiver Tablet-Tisch, der speziell für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche konzipiert ist. Er macht es unter anderem möglich, einen Unimog aus einzelnen Bauteilen digital zusammenzusetzen und mit Rätseln, Schätzfragen und Zuordnungsaufgaben relevantes Wissen zu vertiefen. - Zeppelinmuseum Friedrichshafen: Case closed? Ein hybrides Gaming-Format zu NS-Geschichte und Medienkompetenz
Es wird ein Proof-of-concept für eine Vermittlungsstation entwickelt, die zukünftig als Teil der Dauerausstellung das Thema Aufarbeitung der NS-Geschichte vertiefen soll. Historischer Ausgangspunkt ist die Lebensgeschichte von Hugo Eckener, zentraler Akteur des Zeppelin-Unternehmens und bis heute identitätsstiftende Figur.
Weiterführende Links
Level Up! Projektwebsite | MFG Digitale Kultur
Über Level Up! Gamification im Museum
Mit dem Programm „Level Up! Gamification im Museum“ fördert die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg die Entwicklung und Umsetzung von Produkten und Prozessen in den Bereichen Gamification und digitales Gaming in Museen in Baden-Württemberg. Ziele sind die Entwicklung neuer Ansätze und digitaler Angebote mit und für eine konkrete Zielgruppe, die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit im Museum und mit (regionalen) Partner*innen sowie die nachhaltige Verankerung in der Organisation. Das Programm wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Über die MFG Baden-Württemberg
Die MFG Medien- und Filmgesellschaft ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und des Südwestrundfunks. Aufgabe der MFG ist die Förderung der Filmkultur und -wirtschaft und der Kultur- und Kreativwirtschaft. Mit bedarfsorientierten Programmen und Projekten unterstützt die MFG Baden-Württemberg in ihrem Geschäftsbereich MFG Kreativ Kultur- und Kreativschaffende im Südwesten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Vernetzungs- und Vermittlungsaktivitäten sowie im Kompetenzfeld Digitale Kultur. Das Kompetenzfeld unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Museen und weitere Kultureinrichtungen im digitalen Wandel dabei, Kompetenzen zu stärken und digitale Strategien nachhaltig umzusetzen.





