Die SIM-Studie 2024 gibt einen aktuellen Einblick in die Mediennutzung von Menschen ab 60 Jahren in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen: Die digitale Integration älterer Menschen schreitet weiter voran – doch nicht alle profitieren gleichermaßen vom digitalen Wandel.
Medienausstattung: Fernseher bleibt Spitzenreiter, Smartphones holen auf
Die Haushalte älterer Menschen sind heute sehr gut mit digitalen Geräten ausgestattet. Nahezu alle Senior*innen besitzen ein Fernsehgerät, und auch Radio, Computer, Internetzugang sowie WLAN sind weit verbreitet. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Smartphones und Tablets – inzwischen verfügen über 70 Prozent der Befragten über ein Smartphone. Diese technische Basis bildet das Fundament für eine intensivere Mediennutzung im Alltag. Über die Hälfte der Befragten nutzt täglich ein Smartphone, etwa ein Drittel ein Tablet. Die Internetverbreitung liegt insgesamt bei 83 Prozent, wobei jüngere Senior:innen deutlich häufiger online sind als ältere.
Digitale Spaltung: Alter, Bildung und Geschlecht spielen eine Rolle
Die Studie verdeutlicht eine klare digitale Kluft innerhalb der älteren Generation. Während rund 92 Prozent der 60- bis 69-Jährigen online sind, trifft dies auf nur 51 Prozent der über 80-Jährigen zu. Auch das Bildungsniveau wirkt sich stark auf die Internetnutzung aus: Menschen mit höherem Bildungsabschluss sind häufiger online als solche mit Haupt- oder Volksschulabschluss. Zudem nutzen Männer digitale Angebote häufiger als Frauen. Rund ein Fünftel der Befragten nutzt das Internet nicht. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Viele geben an, dass ihnen das Angebot klassischer Medien genügt. Andere sehen keinen Bedarf, empfinden die Technik als zu komplex oder haben Sicherheitsbedenken. Diese subjektiven Barrieren zeigen, dass nicht nur der Zugang, sondern auch Vertrauen und Kompetenz entscheidend für digitale Teilhabe sind.
Digitalkompetenz: Selbstbild und tatsächliche Fähigkeiten klaffen auseinander
Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft das Selbstbild im Umgang mit digitalen Geräten. Besonders in der Altersgruppe 85+ geben viele an, Schwierigkeiten bei der Bedienung von Smartphones oder Tablets zu haben. Auch jüngere Senior:innen sehen sich oft nicht ausreichend kompetent. Die Förderung digitaler Fähigkeiten wird damit immer wichtiger, um echte Teilhabe zu ermöglichen.
Fortschritte sichtbar, Handlungsbedarf bleibt
Die SIM-Studie 2024 zeigt: Immer mehr ältere Menschen nutzen digitale Medien und wollen am digitalen Leben teilhaben. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Internetnutzung bei älteren Altersgruppen, die subjektive Einschätzung der Bedienkompetenz und die Gründe für die Nichtnutzung des Internets. Umso wichtiger ist es, die Medienkompetenz älterer Menschen weiter zu fördern und ihnen den Zugang zu digitalen Technologien zu erleichtern.

















