Das MFG Programm “offen für… Digitale Barrierefreiheit in Museen” unterstützt Museen aus Baden-Württemberg bei der Umsetzung von medialer Barrierefreiheit. Eine Expert*innenjury wählte kürzlich sechs Vorhaben für inklusivere Kulturarbeit aus. Sie bekommen jeweils ein Budget von bis zu 5000 Euro sowie eine begleitende Beratung. Im Newsletter Digitale Kultur und auf der Projektwebsite stellen die sechs Museen sich und ihre Vorhaben in den nächsten Monaten vor.
In dieser Ausgabe erzählt das Team des Storchenturm-Museum in Zell am Harmersbach von seinem Projekt.
Wer seid ihr und wie heißt euer Projekt?
Wir sind das Team des Storchenturm-Museums in Zell am Harmersbach – ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird. Mit Unterstützung von 15 engagierten Ehrenamtlichen und dem Stadtmarketing Zell bewahren und erzählen wir die regionale Kulturgeschichte in einem mittelalterlichen Wehrturm.
Unser Projekt heißt “STORCH DIGITAL – Geschichte für alle erlebbar machen”. Wir entwickeln einen barrierefreien, digitalen Rundgang durch den historischen Storchenturm. Unser Ziel: Geschichte inklusiv, modern und für alle zugänglich!
Was bedeutet Inklusion und (digitale) Barrierefreiheit für euch im Museum?
Inklusion heißt für uns: Kultur für alle – ohne Hürden. Bisher fehlen im Storchenturm-Museum barrierefreie Angebote – das ändern wir! Mit digitalen Lösungen schaffen wir neue Zugänge. Geplant sind außerdem ein Leitsystem mit Storchensymbol für Kinder und eine interaktive Museumsrallye. Das Ziel ist es, ein inklusives Museumserlebnis in einem Museum zu schaffen, das niemanden ausschließt – egal ob online oder vor Ort. Für alle Generationen. Für alle Menschen. Die zentrale Frage dabei lautet: “Wie können wir den Storchenturm durch digitale und barrierefreie Lösungen für alle Besucher*innen erlebbar machen – und dabei Regionalgeschichte innovativ und inklusiv vermitteln?”
Was habt ihr euch im Rahmen der Förderung von “offen für…” vorgenommen?
Wir entwickeln einen 360°-Rundgang durch den Storchenturm – mit hochauflösenden Panorama- und Luftaufnahmen, zugänglich über einen Touchscreen im Eingangsbereich. So können auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen das Museum vollständig erkunden. Wir überarbeiten zudem die Ausstellung mit neuen Kurztexten und QR-Codes, die auf barrierefreie, vorlesbare Inhalte auf der Website der Stadt Zell verlinken – ideal für Menschen mit Seh- oder Leseschwierigkeiten.
Wen wollt ihr mit eurem Vorhaben erreichen und inwiefern fördert es konkret die digitale Barrierefreiheit?
Unser Projekt richtet sich an alle Menschen – unabhängig von Alter, Einschränkung oder Lebenssituation. Besonders im Fokus: Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Sehbeeinträchtigung oder Leseschwierigkeiten, ebenso wie ältere Besucher*innen, Familien mit Kindern und Schulklassen. Gemeinsam mit Fachleuten für Barrierefreiheit, Digitalprofis, Schulen, Senioreneinrichtungen & inklusiven Initiativen gestalten wir ein Museum, das niemand ausschließt. Die neuen Maßnahmen ermöglichen nicht nur Teilhabe, sondern machen das Museum auch zukunftsfähig, sichtbarer und inklusiver für alle.
Welche Herausforderungen seht ihr bei der Umsetzung und wie geht ihr sie an?
Digitale Barrierefreiheit im historischen Storchenturm umzusetzen, ist anspruchsvoll: Die baulichen Gegebenheiten, begrenzte personelle Ressourcen und technische Hürden erfordern kreative Lösungen und eine enge Zusammenarbeit vieler Akteure. Auch die barrierefreie Gestaltung digitaler Inhalte braucht Zeit, Know-how und Sorgfalt. Wir setzen auf ein starkes Netzwerk: Gemeinsam mit Expert*innen für Barrierefreiheit und Digitalisierung, der Stadt Zell und lokalen Partnern entwickeln wir passgenaue Lösungen. Schritt für Schritt, praxisnah und nutzerorientiert – so machen wir unser Museum inklusiver, digitaler und zukunftsfähig.
























