Das MFG Programm “offen für… Digitale Barrierefreiheit in Museen” unterstützt Museen aus Baden-Württemberg bei der Umsetzung von medialer Barrierefreiheit. Eine Expert*innenjury wählte kürzlich sechs Vorhaben für inklusivere Kulturarbeit aus. Sie bekommen jeweils ein Budget von bis zu 5000 Euro sowie eine begleitende Beratung. Im Newsletter Digitale Kultur und auf der Projektwebsite stellen die sechs Museen sich und ihre Vorhaben in den nächsten Monaten vor.
In dieser Ausgabe erzählt das Team des StadtPalais – Museum für Stuttgart von seinem Vorhaben.
Wer seid ihr und wie heißt euer Projekt?
Wir sind das StadtPalais – Museum für Stuttgart, ein urbanes Stadtmuseum mit einem starken Fokus auf Teilhabe und gesellschaftliche Relevanz. Unser Projekt trägt den Titel: “Umsetzung der bereits gelebten Inklusion im Haus auf die Website des StadtPalais als zentrale digitale Informationsplattform des Museums“. Ziel ist es, das, was wir im analogen Raum bereits leben, auch digital konsequent umzusetzen.
Was bedeutet Inklusion und (digitale) Barrierefreiheit für euch im Museum?
Inklusion ist für uns kein Sonderprojekt, sondern eine Haltung: Wir wollen ein Museum für alle sein, unabhängig von körperlichen, sprachlichen oder sozialen Barrieren. Das zeigt sich in unserem Leitbild und in vielen konkreten Maßnahmen: von taktilen Bodenleitlinien bis zu Führungen durch blinde Guides. Diese gelebte Offenheit soll sich nun auch auf unserer Website widerspiegeln, als inklusiver Ort im digitalen Raum.
Was habt ihr euch im Rahmen der Förderung von “offen für…” vorgenommen?
Wir möchten unsere Website so überarbeiten, dass sie für alle Menschen gut zugänglich ist – unabhängig von Einschränkungen beim Sehen, Hören oder in der Bedienbarkeit. Dabei geht es uns nicht um eine separate “Barrierefrei”-Seite, sondern um eine gleichberechtigte, inklusive Nutzererfahrung. Gemeinsam mit Betroffenen und Expert*innen in eigener Sache wollen wir unsere Website Schritt für Schritt barrierefrei gestalten.
Wen wollt ihr mit eurem Vorhaben erreichen und inwiefern fördert es konkret die digitale Barrierefreiheit?
Unser Vorhaben richtet sich vor allem an blinde und sehbehinderte sowie höreingeschränkte Menschen. Sie sollen sich – genau wie alle anderen – bereits online willkommen fühlen und alle Inhalte selbstbestimmt nutzen können. Das Projekt schafft die Grundlage für eine digitale Infrastruktur, die inklusiv denkt: mit klarer Navigation, skalierbaren Schriften, Untertiteln und screenreaderfreundlicher Struktur.
Welche Herausforderungen seht ihr bei der Umsetzung und wie geht ihr sie an?
Barrierefreiheit ist komplex – sowohl technisch als auch in der Nutzer*innenperspektive. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren bisherigen Inklusionspartnern zusammen, wie der Nikolauspflege oder dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg. Gemeinsam ermitteln wir die dringendsten Bedarfe, priorisieren Maßnahmen und holen uns gezielt Beratung, zum Beispiel zur Usability oder zum Einsatz von KI-gestützten Tools wie automatische Bildbeschreibungen oder Untertitelung.























