Wie verändert Digitalität die Museumslandschaft? Wiebke Wiesner im Gespräch

Die neue MFG Geschäftsführerin über KI, digitale Zugänge und aktuelle Entwicklungen in Museen.

Lächelnde weiße Frau in braunem Sakko und weißem Shirt steht im Freien.
Wiebke Wiesner ist seit 1. Juli 2026 neue Geschäftsführerin der MFG Baden-Württemberg. | © MFG / Reiner Pfisterer
| Stuttgart

Seit Juli ist Wiebke Wiesner neue Geschäftsführerin der MFG Baden-Württemberg. In einem kurzen Interview für den Newsletter Digitale Kultur spricht sie über die aktuellen Entwicklungen in der Museumslandschaft, die Rolle von KI und digitale Zugänge zu Kultur. Außerdem verrät sie, welche Museen sie nach ihrem Umzug nach Stuttgart als Nächstes besuchen möchte.

Liebe Wiebke, du hast im Sommer an der MFG Tagung Gemeinsam Digital in Stuttgart teilgenommen. Wie erlebst du die Museumslandschaft derzeit mit Blick auf Digitalität? Und was wünscht du dir für die Zukunft in dieser Hinsicht? 

Ich erlebe viele Ideen und Mut zum Experimentieren. Gemeinsam Digital hat gezeigt, wie vielfältig die bestehenden Projekte sind und wie viel Freude die Beteiligten am Austausch haben. Gleichzeitig sind die sich rasant entwickelnden Technologien – besonders im Bereich KI – und die Vielzahl neuer Aufgaben eine Herausforderung für Museen. Ich wünsche mir trotzdem, dass sie die Chancen der digitalen Möglichkeiten erkennen und experimentieren, um mehr Menschen mit ihren spannenden Inhalten zu erreichen.

Welche Themen und Entwicklungen im Bereich Digitalität und Museen hältst du derzeit für besonders relevant – und warum? 

KI birgt enorme Möglichkeiten. Ihr Einsatz muss aber sinnvoll und vor allem verantwortungsvoll erfolgen. Kleinere Projekte können dabei helfen, ins Ausprobieren zu kommen. Spannend finde ich auch die Möglichkeiten im Bereich Publikum: Digitale Inhalte können eine Vielzahl an Personen erreichen – auch solche, die die Museumsinhalte vielleicht sonst nicht wahrgenommen hätten. Digitale Sichtbarkeit schafft neue Möglichkeiten für Reichweite und Outreach und kann dazu beitragen, Barrieren abzubauen.

Du hast insbesondere das Thema KI angesprochen. Wie können Kultureinrichtungen wie Museen KI besonders gut einsetzen?

Zum Beispiel im Bereich Sammlung. Dafür braucht es allerdings gut aufbereitete Daten. Auch in der Online-Kommunikation sammeln Museen gerade viele Erfahrungen damit, wie sie KI für Auffindbarkeit, Social Media und Online-Sichtbarkeit einsetzen können. In der Vermittlung kann KI ebenfalls sinnvoll sein, insbesondere bei der Rekonstruktion historischer Inhalte. Und ich komme ja aus dem Bereich Film: Auch bei der Content-Erstellung und Gestaltung bietet KI interessante Möglichkeiten. Entscheidend ist auch hier, sie verantwortungsvoll einzusetzen.

Und nun eine persönlichere Frage: Welches Museum würdest du gerne als Nächstes besuchen und warum? 

Ich bin gerade erst von Berlin nach Stuttgart gezogen und freue mich auf die vielfältige Kultur- und Museumslandschaft hier! Aber um die Stadt und das Land noch besser kennenzulernen, stehen das Stadtmuseum Stuttgart und die beiden Landesmuseen ganz oben auf meiner „to-visit“-Liste…

Quelle: MFG Baden-Württemberg
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